Heimat-Horstl: ein stolzes Herz geht irr

irr
Horstl, seines Zeichens Bauer vom Innenhof, war gepeinigt von Großbäuerin Angelas festem Willen, ihr Herz nicht komplett für die verstoßenen Knechte vom Lechnerhof zu verschließen. So fuhr er in die ferne Stadt Berchtesgaden, um den Goaßl- und den Viehdreschbauer auf seine Seite zu ziehen. Die mochten nämlich auch keine notleidenden Knechte. So standen sie Horstl sogleich mit Dreschflegel und Dreizack bei.
Dies teilte der Innenhof-Bauer Horstl, zurück dahoam, der Großbäurin Angela mit. Doch die zeigte sich wenig beeindruckt von der Gefahr ferner Dreschflegel. Da fuhr Horstl erneut nach Berchtesgaden, auf dass der Viehdresch- und der Goaßlbauer ihn mit noch größerer Drohkulisse auststatteten. Doch auch das Dräuen mit dem Auskippen der gesamten Frühlingsernte an Dünger auf dem angelaschen Hofe vermochte auf die Großbäurin keinen Eindruck zu machen. Ihr Hof sei bei weitem groß genug, um dies auszuhalten.
So fuhr Bauer Horstl hin und her, verkündete im Dorfe seinen Rücktritt vom Amte des Bauern, falls er den geflüchteten Knechten Brosamen abgeben müsse, und dementierte dies wieder, als auch dies Angela nicht beeindruckte. Denn in Wahrheit wollte er Bauer vom Innenhof bleiben, schon um immer weiter Theater machen zu können.

– Das Drehbuch dieses Theaterstücks fiel leider beim Schlierseer Bauerntheater durch. Begründung: Niemand fühle nach all dem Theater mit dem Protagonisten noch mit. Und überhaupt sei der Protagonist doch vielmehr ein Antagonist.

deutschen, halbstarkes Verb

deutschen

Wortart: halbstarkes Verb
Häufigkeit: ▯▯▯▯

Rechtschreibung

Worttrennung: deut|schen
  • er/sie deutscht; du deutschst; du deutschtest (Vergleiche: der Deutschtest); gedeutscht; deutsch[e]!

Kleinschreibung [Regel 89]:

Großschreibung [Regel 150] und [Regel 151]:

  • Deutschende (genderneutrale Sprache, substantiviert; ob der Deutschende auch im Schlafe deutscht, hängt von seinen Träumen ab)

Bedeutungsübersicht

  1. Komplexitätsreduzierend: sein Ich auf die Nationalität des Deutschseins reduzieren
  2. Kompetitiv: Nichtdeutschende verbal („Antideutsche“, „Neger“, „Vergewaltiger“) oder physisch herabsetzen („an die Wand stellen“)
  3. Kollektivistisch: unter Zuhilfenahme gruppendynamischer Effekte gemeinsam Vernunft und Empathie abbauen
  4. Verkitschend: deutschtümeln durch Kauf und Zurschaustellung minderwertiger Produkte in Schwarzrotgold, den Konsum von Heimatfilmen oder den Verzehr heimeliger Tierprodukte
  5. Pädagogisch: mittels Kommunikation durch Monolog Meinungshoheit praktizieren und ungefragterweise Nichtdeutsche oder Nichtdeutschende vermöge dieser belehren
  6. Historisch: die deutsche Geschichte kontrafaktisch neu gestalten
  7. Antizivilisatorisch: eine aggressiv-kämpferische Grundhaltung gegen alles zeigen, was nach Vielfalt, Freiheit, Geist und Kultur anmutet

Heimat-Horst: Duell in der Bärenschlucht

heimat
Ob Angela und Horst (Bild ähnlich) in der Bärenschlucht einen Sieger ermitteln? Oder werden Sie doch noch gemeinsam verhindern, dass ausländische Bären heimischen Honig stehlen und unsere Rindviecher schänden? Oder sieht gar das Schicksal vor, dass Angela und Horst sich trennen müssen? Lies ihre Gefühle, die wie Steine vom Herzen, wie Felsen vom Berg fallen.

Schwarzrotgold

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Liebe Deutschende!

Ab heute gibt es nur noch die Farben Schwarz, Rot und Gold. Daraus ist alles gemacht, was unser Deutschland zum Premiumland des Planeten macht: Schwarz der Farbfilter, durch den wir die Welt betrachten*, Rot die Farbe der Emotion – die sinnbildliche rote Karte für den Ausländer, der gegen D ein Tor schießt oder unter Lebensgefahr nach D flieht. Und in Gold kolorieren wir unsere Geschichte nach. Wenn wir dann Schwarz, Rot und Gold mischen, entsteht Braun – die Farbe der Erdung und der Erde, aus der wir alle gemacht sind, und zu der alles wird (vermöge unserer tapferen Panzer),  wenn wir demnächst wieder eine braune Regierung haben.

Doch noch regiert die Vielfalt in der Farbgebung. Alles, was wir kaufen, ist schwarzrotgold veredelt: von der Windel bis zum Klopapier, vom Schlüpfer bis zum Tschurifetzn („Samentuch“) – wir schwitzen, schneuzen, verdauen, kommen in unsere geliebten D-Farben.

Vier Wochen lang ist nun der sonst mitunter noch verpönte Mentalzustand des Ballaballa sozial erwünscht, ja befohlen. In Schland kommt unser sich sonst in Kulturzweikämpfen (pro, kontra, mir egal: Zivilisation) aufreibendes Volk wieder zusammen: die Fußballer (inkl. Linksaußen), die Feierpeople und die Ultranazis. Mögen wir alle, Bundestrainer in spe, die wir sind, uns im Streit um die richtige Taktik wieder zusammen raufen! Möge dabei der bessere gewinnen! Sport frei!

Mit deutschem und mit antideutschem Gruße:
Der Columnier

 

* vergleiche: linke Verweigerer der Realität, die z.B. nicht einsehen wollen, dass der bekanntlich ebenfalls linke Verkehrsminister Scheuer die Automobilindustrie mit dem angebl. „Dieselskandal“ schikaniert.