Der Columnier: für die PARTEI, gegen die PARTEI

bart

Geschätzte Meinungsnehmer!

Nachdem sämtliche Kollegen Meinungsgeber ihre Euphorie und Empörung über die PARTEI ins Netz geschludert haben, komme jetzt auch noch ich mit dem Thema angeschissen daher.

Jeder bisherige Kolumnist hat nämlich die Frage ausgelassen, ob politischer Nichtinhalt ein Inhalt ist, oder ob vielmehr Inhalt Nichtinhalt ergibt. Anders gesagt, ob es sich bei der PARTEI im Kern um heiße Luft oder um Vakuum handelt. Was Ihnen jetzt wie ein Witz („Spaßpartei“, hicks sic!) vorkommen mag, ist tatsächlich ein Unterschied von 10^42 zu 0 Atomen.

Ehe ich für Ihr Gehirn, verführbare Leser, die Frage beantworte, möchte ich sie durch ein paar schiefe Metaphern filtern, auf dass sie sich in Ihrem Hirnwindungsverhau verliere. Wenn eine PARTEI im Hier und Jetzt die Überwindung von Inhalten propagiert, dann müssen in einem Parallelsystem aus Antiteilchen dem Wähler Maximalinhalte um die Ohren fliegen. Brauchen wir uns hier nicht anzuhören, dass wir unseren Planeten zerstören, so stürzt parallel eine Anti-PARTEI die sich abschaffende Menschheit in Depression und Kollektivselbstmord. Und diese Anti-PARTEI muss sich inverse Beschimpfungen anhören: moralisch!, solidarisch!, demokratisch!, verantwortungsvoll!, sich in Elitarismus Selbsthass suhlende AfD-Hasser! Ja, die Anti-PARTEI wird von falscher Seite angegriffen statt verteidigt. Hä!?, werden Sie jetzt artikulieren. Recht haben Sie! Und wer legt eigentlich fest, was Materie und Antimaterie, was Leere und Antileere ist?

Am besten wir selber! So bleiben wir nämlich gemeinsam auf dieser Seite der Physik, wo sich das Elektron um das leere Atom dreht statt umgekehrt. Wo Karussel und Feuilleton-Debatte um sich selbst kreisen, statt mit anderen Dingen zu verwischen.

Es grüßt Sie mit Drehwurm im Oberstübchen:
Ihr Columnier 

Stan Tilly

tilly

I bims, Tillich Stan, CDU.

Mit diesem Plakat bewerbe ich mich für international personal ressources export. Als Preimminister besitze ich Erfahrung in Management von allem und problem shifting und -negation. Mit meiner Politik habe ich selbst exportiert: half leader chip technology, aus Nano hergestelltes Selbstbewustsein, vollumfängliches Sehen mit Links, Innovationen halt.
Also, wer importiert mich? Heißt es eigentlich Saxony oder Sucksen?

Ihr Stan Tilly

Aktuelles Lexikon: „Likewise“

Likewise

Aus dem Englischen adaptierte Vokabel, die gleichermaßen als Konjunktion Likes ins Verhältnis zu deren Nutzen stellt („pro Like“), und als nur im Imperativ verfügbares Verb zu bedachtem Umgang mit Likes auffordert.

Beispiele der Verwendung:
1. Likewise erhalte ich im Schnitt ein zehntel Like zurück.
2. Likewise !!!1111!

 

An haarigen Themen kein gutes Haar lassen

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Haariges Publikum!

An Tagen wie diesen gibt es Themen, noch ehe ich meine morgentliche Kopfhautmaske übergezogen aufgetragen habe. Da verlangen Menschen wie Sie meinem Gehirn schon Antworten ab, dabei backflashen in meinem Kopf noch die feuchten Träume der Nacht.

Doch lassen Sie mich erstmal in guter Kolumnistenmanier mit einer redundanten Zusammenfassung der letzten Tage Zeilen schinden: Trump hat der Kapelle Scooter mit atomarer Vergeltung für deren Konzert in der Krim gedroht. Eine verirrte nordkoreanische Rakete hat schiffbrüchigen Identitären den Fluchtweg nach Afrika gewiesen. Schließlich wollte Mehmet Scholl nicht über Leo Fischers gedopten Twitterauftritt im Auftrag des Zeit-Magazins sprechen.

An dieser Stelle, wo mir noch das Sandmännchen-Streu in den Augenwinkeln klebt (15h), keine Meinung von mir dazu, dafür eine sinnlos eingestreute Anekdote (erfunden): Ich verweigerte mich bereits 1978 dem Gespräch über Doping, als mir meine Eltern vor der Schule gewaltsam das Flüssig-Eisen Sanostol applizierten, und ich beim Schlucken kein Wort herausbekam.

Jetzt aber noch die Meinung, zu der Sie mich qua Lesen dieses Textes nötigen: Schiffbruch, leichtmatrosige Leserschaft, ist kein Schiffbruch, wenn das Schiff nicht im Wortsinne bricht. Mitunter bricht sich nur eine Welle an einem Luxusliner, es erbricht sich jemand ob des Überangebots an Speisen; oder Passagiere erleiden schlechter Coiffeure wegen Haarbruch, was die Stimmung an Bord in Schieflage bringt.

Haarige Themen gehen, wenn man sie umschifft. Haarig sein, das dürfen dagegen immer die Namen von Frisurinstituten. Sowie Frauen und Männer untenrum, wenn’s dem Partner gefällt. Auch Wortspiele, aber nur, wenn es sich um Scrabble handelt.

Hat jetzt die Haare trocken und Besseres zu tun als haarige Texte herzustellen:
Ihr Columnier