Diesel-Jeans aus Solidarität fürs deutsche Auto

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Liebe Automobilisten!

Unser Auto ist bedroht, sein Image angekratzt wie Bugatti-Lack von einem Autoschlüssel, sein Lebensraum gefährdet von Green Economy und Straßenbegrenzung. Dazu all die Schlaglöcher, die die Kollegen mit ihrer Tastatur in die Debatte hauen (und die ich jetzt zur leichteren Argumentation umsteuere). Ja, VW, Daimler und Co. haben es nicht leicht in diesen Tagen. Dabei haben sie erfolgreich kooperiert statt dem angeblichen Kapitalismus-Muster des „jeder gegen jeden“ zu entsprechen. Die gesetzliche Abgasbremse haben sie flexibel interpretiert und dazu den Innovationsmotor flexibler Software eingesetzt. Jetzt verhalten sich die Pkw-Vorstände solidarisch, indem sie gemeinsam zur Verantwortung, auf dem Sauwagen durch den medialen Shitstorm gezogen werden. Glatt so, als wäre ein SUV für die Fahrt durch den Dreck gebaut!

Schon seit langem widersetzen sich Zetsche, Müller und Co. heroisch dem internationalen Diktat nach kommunistisch angehauchtem Car-Sharing und slowen E-Cars. Technologiefeindliche Retroansätze, die Ihren, liebe Leser, Fahrspaß ausbremsen und gar Robotern überlassen sollen (als könnten die das Steuern eines Autos genießen!). Wussten Sie schon, dass die Software von Fahrrobotern auf Langsamfahren manipuliert ist?

Die unselige Begriffsehe zwischen „Automobil“ und „autonom“ gehört geschieden. Denn das Auto ist von jeher nicht automatisch mobil, sondern nur kraft der Lenkkompetenz seines Fahrers. Das lässt sich auch durch die ganze Bordelektronik des 21. Jahrhunderts nicht wegbehaupten, kitzelt die doch bloß das beste aus Ihrer Fahrkunst, lieber Leser, heraus. Dagegen handeln die „Autonomen“, die Autoschänder, mitnichten aus Auto-Nomie, sondern aus dem Ökoantrieb des Autohasses – und weil sie von der Hipster-Industrie des Pflastersteinbaus dafür bezahlt werden!

Fazit: Mobilität ist ohne sog. Rasen nicht zu machen und Schnelligkeit nicht mit einem  Speedlimit. Deutschland ist Auto! Und dieser Text Vehikel zur Bezahlung meines Leasingwagens.

Tragen Sie wenigstens aus Solidarität Diesel-Jeans!
Ihr Columnier

Intellekt ist suspekt!

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Schlaue Leser!

Der Intellektuelle Volksmund weiß: Hochmut kommt vor dem Fall! Und ein Fall macht noch keinen Tatort! Mit dieser Einsicht ist der Volksmund, zugegeben, auch ein wenig klug. Dafür braucht er aber keinen hochmütigen Intellekt, vulgo: Hirn, ihm reicht das Äußere der Stirn, um nach dem Fall den Schmerz zu erfahren. Dem normalen Menschen genügen die Augen, um zu sehen, dass sein Sturz nicht im Tatort übertragen wird. Der Blumenkohl unter der Schädeldecke sagt ihm, dass er Fleisch lieber mag als Gemüse.

Wie einst die Schlange die Sünde in die Welt brachte, so bringt uns heute der Intellektuelle sogar den Weltuntergang. Brauchen wir den? Macht es unser Einkaufen, unseren Malediven-Urlaub angenehmer, wenn wir wissen, dass wir das Ende einer Hochkultur erleben? Sollte man nicht stattdessen die Dinge umso mehr genießen, solange es sie noch gibt?

Für diesen Gedanken aber entschuldige ich mich sogleich. Nicht für dessen Inhalt, sondern für den Gedanken ansich. Und schicke diese Entschuldigung einem weiteren Geistesblitz voraus, der leider notwendig ist, aber Sie, liebe Leser, intellektuell entlasten wird: Klugscheißerei ist schon namentlich kacke, da man gar nicht auf kluge Weise scheißen kann!

Ungezählte meiner Kollegen Kolumnisten, liebe Leser, verzichten seit jeher auf Intellekt. Ich schließe mich ihnen an, indem ich diese Behauptung nicht mit Namen belege. Denn wer braucht schon Oberstübchen-Gymnastik, wenn er im Fitness-Studio den Kopf frei von Gedanken kriegen kann? Wer im Glashaus sinniert, dem bringen nichtmal Scherben Glück.

Zuletzt gebe ich Ihnen eine Frage mit, über die Sie nicht nachdenken sollten: Ist neunmalklug schlimmer als siebengescheit? Seien Sie auf jeden Fall achtsam, wenn sich in Ihnen ein Gedanke regt!

Ihr brainskeptischer Columnier

Demonstrieren, aber siegerorientiert!

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Liebes Demo-Volk!

Nach gutem Kolumnistenbrauch muss ich Dich gleich belehren darauf hinweisen, dass sich „Demonstration“ vom lateinischen „demonstrare“ für „hinweisen“ ableitet. Wenn Du, Volk („demos“), also auf die Straße gehst, weist Du damit auf etwas hin. Beispielsweise auf den Schildermangel im deutschen Straßenwesen („Schilderwald-Sterben“). Unsere Volksvertreter („Demoskopen“) bezeichnen deshalb einen Teil von Dir als „Schildbürger“. Wenn ein Bürger Deiner einem Gesetzesbeauftragten der Polizei eine aufstreicht (oder umgekehrt), und ein Flashmob sich zusammen und dies lustig findet, spricht mal vom „Schildbürger-Streich“.

Nachdem ich Dir nun, gemeines Volk, diese Begriffe auseinandergesetzt habe, kann ich mit etwas ganz anderem fortfahren. Mit der Historie nämlich, ohne die wir uns jetzt nicht als Kolumnengeber und -nehmer begegnen würden  ich Folgendes jetzt nicht anbringen könnte: 1989 haben die tapferen Ostdeutschen um den Autonomen Joachim Gauck zwar als allerletztes Volk des Ostblocks und auf Befehl des an die BRD verkauften Schlagerstars Wolf Biermann, aber gegen die Massenerschießungen in der DDR protestiert. Das Erinnern an das ausgebliebene Demogeld damals sollte allen Weltuntergangs-Skeptikern, die heute gegen G20 demonstrieren, eine Mahnung sein. Eine Mahnung, dass man nicht für oder gegen irgendetwas demonstrieren sollte, bloß weil man sich eine entsprechende Überzeugung eingefangen hat und eine sog. „Haltung“ einnehmen möchte (siehe Haltungsschäden)!

Stattdessen muss siegerorientiert demonstriert werden! Sollte Putin sich beim G20-Turnier um die Weltherrschaft durchsetzen, für Putin; sollte Trump obsiegen, für Trump; sollte Erdogans Säbel den Konkurrenten den entscheidenden Nadelstich versetzen, für Erdogan. Ist gar nicht so schwer, was? Und wer auf Merkel setzt, wird mit den deutschen Cops eine gute Zeit haben, braucht nicht wie ein mobiler Höhlenmensch zu zelten. Antideutsch kann man auch noch sein, wenn wir den dritten Weltkrieg verloren haben! (Und ja: die kleineren Turniere G7, G8 und G9 sind besser, weil da keine Despoten aus der zweiten Liga Welt mitbattlen dürfen.)

Es verhält sich schlussendlich genauso wie im Fußball: Wer FC-Bayern-Fan ist, darf sich immer über einen Sieg freuen. In diesem Sinne wünscht Dir siegreiche und friedfertige  Tage in Hamburg:
Dein Columnier

Welche Chancen der Weltuntergang bietet

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Mensch, Menschheit!

Tragödien machen uns seit jeher auch Freude. Denken wir nur ans Theater und die diebische Schadenfreude, die uns tragische Helden wie Faust oder der Räuber Hotzenplotz bereiten. Doch auch im real life gilt: Jeder Katastrophe liegt ein Zauber inne. So zaubert der „Berliner Kreis“ der CDU  die ökologische Multikrise des Planeten mit dem Argument weg, dass Mutter Erde uns mit ihrem Befinden „moralisch erpresse“.  Oder denken wir ungefähr hundert Generationen weiter, wenn die dann übrigen Menschen analysieren werden, was Trump für ein komischer Vogel gewesen sein mag. Und ob es uns damals, also heute, wohl Spaß bereitet habe, durch seine Wahl das sapiens in „homo sapiens“ einfach mal testweise wegzulassen – um auszuprobieren, ob es unser Klima wirklich ernst meint mit seiner Erpressung. Ob wir wirklich so einen unübersichtlichen Artenzoo benötigen u.u.u.

Jetzt werden Sie sich mich fragen, welche Chancen so ein Weltinferno nun konkret bietet – außer Naheliegendem wie Bars mit Bioeis-Cocktails in der (Ant-)arktis. Ich verrate es Ihnen, weil Sie eh alles weglesen, was ich schreibe: Stephen Hawking hat vorgeschlagen, dass wir uns einen anderen Planeten suchen sollen; schließlich wissen wir ja bereits, wie man einen bewohnbaren Himmelskörper kaputtmacht. Die Weltraumreisen, die das erfordert beschert, mögen Psychologen bald als sekundären Katastrophengewinn bezeichnen. Viel wichtiger sind aber die Vorzüge der allzu kurzsichtig als „Zerstörung“ diskreditierten Gesundschrumpfung von Fauna, Flora, Bodenschätzen und wuchernden Vintage-Naturparks. Es ist so wie das Ausmisten Ihres Hausstands, praktisch denkende Leser: Am Anfang tut es weh, Dinge, Accessoires, Haustiere abzugeben. Aber sobald Ihr Besitz auf das Nötige eingedampft ist, kennen Sie sich viel besser mit Ihrem Gelumpe Ihren Habseligkeiten aus, können jedes einzelne Requisit besser genießen. Global verpflichtet uns das Eigentum unseres überkomplexen Planeten unnötigerweise. Die bevorstehende Entrümpelung wird uns jedoch in dem Maß entlasten, wie wir diesen Besitz loswerden! Gleiches gilt sogar moralisch, wenn es uns gelingt, uns von der Last moralischen Ballasts zu trennen.

Kognitive Ökonomie, die Kunst des Weglassens von Gedanken, liebe Leser, hat uns diesen Weg aufgezeigt. Denken Sie mal drüber nach bzw. tun Sie dies nicht!

Verzichten Sie im Sinne der Ökonomie auf jede Lektüre, aber lesen Sie weiter bei:
Ihrem Columnier

Unpolitische Bomben können uns nicht weh tun

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Treue Kolumnenkunden!

Puh, wir dürfen durchatmen: der mutmaßlich sicher feststehende Bomber von Dortmund hatte nichts mit Politik am Hut! Kein IS-Abzeichen, kein Patriotenpin, nur eine goldene Kreditkarte (in spe). Wer nicht aus religiös oder völkisch motiviertem Wahn bombt, der kann unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht gefährden. Für diejenigen unter Ihnen, denen das nicht aus sich heraus klar ist: Islamisten und Nazis behindern die Wirtschaft, weil sie nicht in jedem Menschen einen Konsumenten sehen. Weil sie Menschen aufgrund von Religion oder Rasse vom Platz stellen Markt nehmen wollen.

Hier aber war ein Mann am Werk, der sich mit seinem Handeln, zwar auf fragwürdige Weise, aber so konsequent wie sonst keiner zu unserer Wirtschaftsordnung der totalen Freiheit der Finanzmärkte bekannt hat. Der Mann, wir wollen ihn Sergej Profitowitch nennen, hatte bei seiner Tat null Interesse an unserer Gesellschaft, am Miteinander von uns Menschen und dem Leben der Dortmunder Fußballer. Er hat lediglich aus hedonistischem Interesse gehandelt. Das einzige, was er wollte, war auf Kosten anderer reich zu werden. Ist es nicht das, was wir alle wollen, liebe Leser? Der Sinn unseres Geworfenseins in die Weltordnung des jeder gegen jeden, des Survival of the fittest, das uns in der Evolution zu dem gemacht hat, was wir sind – Menschen?

Der Fußballverein AG Dortmund sichert sich gerade die Dienste GSG9-erprobter Sicherheitsmänner. An denen kommt kein Bomber, keine Bombe vorbei. Andere werden sicher noch mehr für noch sicherere Security ausgeben. Sie merken, systemkonforme Leser: An den Folgen des Tuns unseres Attentäters wird Geld verdient. Damit hat Sergej P. unserer Wirtschaft sogar einen Gefallen getan. Deshalb brauchte sich auch die FDP nicht von der Tat zu distanzieren, denn sie behält ja recht: das regelt der Markt.

Der Kapitalismus, geldgeile Leser, zumal in seiner ehrlich vulgären, brutalen Ausprägung, ist nicht politisch. Er ist auch nicht ideologisch, denn Ideologie jedweden Wolkenkuckucks-Inhalts verstellt den Blick auf das, was wirklich zählt: Gewinnmaximierung um jeden Preis – auf dass wir selbst den Hauptpreis kriegen.  Dabei kann jeder der Sieger sein, aber niemals alle.

Wird jedenfalls eher als Sie die Millionen gewinnen:
Ihr Columnier

 

Links ist, wo Lafontaine rechts ist

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Verwirrte Leserschaft!

Sie brauchen in der verstörenden Welt von heute Orientierung wie die Straße den Schilderwald und die Nacht den Nebel. Sonst fahren Sie nämlich an einer Rechtsabbiegerampel links vorbei und machen Ihr Kreuz bei der Wahl links- statt rechtsaußen. Darum müssen wir Journalisten wie der Kollege Stöcker Sie darüber belehren, wo Links und Rechts ist. Wir schulmeistern Sie dabei auf so wirre Weise, dass uns das Linksrechts-Thema für weitere Kolumnen auf ewig erhalten bleibt.

Dabei ist die Sache mit Links und Rechts ganz einfach. Nehmen Sie einen Kompass und legen Sie ihn so hin, dass die Nadel nach Norden zeigt. Legen Sie sich jetzt selber bäuchlings auf den Kompass und strecken beide Arme zu den Seiten aus. Die Seite, wo sich Ihr goldener Ehering am Finger befindet, ist rechts. Die nackte, arme Hand ist links.

Was ich Ihnen gerade mithilfe moderner Navigationstechnologie erklärt habe, überträgt sich auf die Politik wie meine Gedanken in Ihr Gehirn. Allerdings mit ganz anderer Aussage: Links und Rechts sind gleich, denn ob wir von Autonomen oder Nazis mit Pflastersteinen bedacht werden, kann uns Steinenehmern egal sein, sobald unser Kopf kaputt ist. Fast drei Jahrzehnte Neoliberalismus stellen heute sicher, dass wir Links nicht mehr als Solidarität mit den Armen und Schwachen, als Freiheit des Einzelnen und das Tragen von Vollkornpullovern missverstehen müssen. Ebenso darf Rechts nicht mehr mit der Herrschaft der Stärkeren, mit Hass auf Minderheiten und dem Holocaust in Verbindung gebracht werden. Bekanntlich sind die Linken in ihrem Denken und Handeln nämlich genauso konformistisch und autoritätsfreundlich wie die Rechten, siehe Linksextremisten wie Kretschmann oder Özdemir. Vermöge dieser Einsicht kann ich für Sie den Ball das Niveau der Argumentation flach halten und auch alle Linken über einen Kamm scheren (zu Glatzen). So lässt sich gar sagen: Links ist schuld an Rechts.

Links und Rechts als Einheit zu begreifen, universelle Leserschaft, ist ganzheitliches Denken. Hitler war Nationalsozialist. Die Skala der politischen Orientierung bildet einen Kreis. Wer auf unserem Globus beharrlich nach rechts läuft, kommt irgendwann von links an denselben Ort zurück. Dorthin, wo sich Wagenknecht und Petry die Fackel reichen.

Um die Willkür der Unterscheidung zwischen Links und Rechts zu verstehen, reicht letztlich ein Blick in den Spiegel, in dem wir uns trotz vertauschter Gesichtshälften erkennen. Oder eine politische Drehung um 180 Grad. Mit der erkennen Sie: Links ist, wo Lafontaine rechts ist. Vorne ist, wo der Auspuff hinten ist. Oben ist, wo von unten Aufwind kommt – vom letzten Atemzug der am Boden Liegenden.

Es grüßt Sie von seiner wohligen Wolke herab:
Ihr Columnier

 

K1 shit für DudeN!

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Liebe Larrys!

Sprache ist das Medium, das zwischen meinem chaotischen Neuronenfeuer und dem Indoktrinierungsmodul Ihres Gehirns liegt. Sprache ist auch, was dem einen heiß und feucht aus dem Mund fährt und dem anderen ins Ohr geht. Sprache dient auch dazu, sich arrogant über die Armen und Schwachen zu erheben, wo ihre Gehdanken ni in korregde deutsh aus drüggen koenn. Ich als Journalist dagegen spreche bloß die Sprache der Phrasen, was uns beide, Sie und mich, vor neuen Gedanken schützt. Und ohne Sprache wäre dies kein Satz!

Sprache, liebe Kommunikationsmenschen, unterliegt aber einem stetigen Wandel, ist ruhelos wie ein Schlafwandler. Die unruhige Jugend buildet sich eine eigene Sprache, um sich von den Alten abzugrenzen. 1 Grabverweigerer wie ich kann sich andersherum mit Jugendsprech bei den kids 1slimen. Deshalb bim i den jetz am usen.

Rechtschreibung is 1 oldschool skill, wo wir now mit tägliche Praxis am liberalizen been. Die normative power vong facts wird gegen DudeNs krasse laws winnen. Wenn ihr jetz am Tränenwerfen bimst, lasst euch speaken:  In Zeiten vong no speech is jeder shit cool, wo gereadet werden kamn. Im m1 Jugend waren wir am sayen: hauptsache ein Buch! Heute supporten aber auch alle chats, troll-comments und hatespeech voll die Sprachkultur. Doch steppen wir 1 step weiter vong Argumentation her: Korrekte Ausdruck buildet die base für Understandment u peaciges Chillen vong uns alle Larrys lol. 1 übelst naise Formulierung is 1 Ohrgasmus. Aber poshe Literatur bimst nur für Gripsräver, sheeeeesh laberdifasel!

Am end noch 1 rule vong take home message her: GIB K1 GRAM SHIT AUF GRAMMATIK!

I bim jetz m1 jokes am abfeiern u walke zun beachen. Zappo!

Euer Babo Columnier