Heimat-Horstl: ein stolzes Herz geht irr

irr
Horstl, seines Zeichens Bauer vom Innenhof, war gepeinigt von Großbäuerin Angelas festem Willen, ihr Herz nicht komplett für die verstoßenen Knechte vom Lechnerhof zu verschließen. So fuhr er in die ferne Stadt Berchtesgaden, um den Goaßl- und den Viehdreschbauer auf seine Seite zu ziehen. Die mochten nämlich auch keine notleidenden Knechte. So standen sie Horstl sogleich mit Dreschflegel und Dreizack bei.
Dies teilte der Innenhof-Bauer Horstl, zurück dahoam, der Großbäurin Angela mit. Doch die zeigte sich wenig beeindruckt von der Gefahr ferner Dreschflegel. Da fuhr Horstl erneut nach Berchtesgaden, auf dass der Viehdresch- und der Goaßlbauer ihn mit noch größerer Drohkulisse auststatteten. Doch auch das Dräuen mit dem Auskippen der gesamten Frühlingsernte an Dünger auf dem angelaschen Hofe vermochte auf die Großbäurin keinen Eindruck zu machen. Ihr Hof sei bei weitem groß genug, um dies auszuhalten.
So fuhr Bauer Horstl hin und her, verkündete im Dorfe seinen Rücktritt vom Amte des Bauern, falls er den geflüchteten Knechten Brosamen abgeben müsse, und dementierte dies wieder, als auch dies Angela nicht beeindruckte. Denn in Wahrheit wollte er Bauer vom Innenhof bleiben, schon um immer weiter Theater machen zu können.

– Das Drehbuch dieses Theaterstücks fiel leider beim Schlierseer Bauerntheater durch. Begründung: Niemand fühle nach all dem Theater mit dem Protagonisten noch mit. Und überhaupt sei der Protagonist doch vielmehr ein Antagonist.

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