Demonstrieren, aber siegerorientiert!

tassenpfilcht

Liebes Demo-Volk!

Nach gutem Kolumnistenbrauch muss ich Dich gleich belehren darauf hinweisen, dass sich „Demonstration“ vom lateinischen „demonstrare“ für „hinweisen“ ableitet. Wenn Du, Volk („demos“), also auf die Straße gehst, weist Du damit auf etwas hin. Beispielsweise auf den Schildermangel im deutschen Straßenwesen („Schilderwald-Sterben“). Unsere Volksvertreter („Demoskopen“) bezeichnen deshalb einen Teil von Dir als „Schildbürger“. Wenn ein Bürger Deiner einem Gesetzesbeauftragten der Polizei eine aufstreicht (oder umgekehrt), und ein Flashmob sich zusammen und dies lustig findet, spricht mal vom „Schildbürger-Streich“.

Nachdem ich Dir nun, gemeines Volk, diese Begriffe auseinandergesetzt habe, kann ich mit etwas ganz anderem fortfahren. Mit der Historie nämlich, ohne die wir uns jetzt nicht als Kolumnengeber und -nehmer begegnen würden  ich Folgendes jetzt nicht anbringen könnte: 1989 haben die tapferen Ostdeutschen um den Autonomen Joachim Gauck zwar als allerletztes Volk des Ostblocks und auf Befehl des an die BRD verkauften Schlagerstars Wolf Biermann, aber gegen die Massenerschießungen in der DDR protestiert. Das Erinnern an das ausgebliebene Demogeld damals sollte allen Weltuntergangs-Skeptikern, die heute gegen G20 demonstrieren, eine Mahnung sein. Eine Mahnung, dass man nicht für oder gegen irgendetwas demonstrieren sollte, bloß weil man sich eine entsprechende Überzeugung eingefangen hat und eine sog. „Haltung“ einnehmen möchte (siehe Haltungsschäden)!

Stattdessen muss siegerorientiert demonstriert werden! Sollte Putin sich beim G20-Turnier um die Weltherrschaft durchsetzen, für Putin; sollte Trump obsiegen, für Trump; sollte Erdogans Säbel den Konkurrenten den entscheidenden Nadelstich versetzen, für Erdogan. Ist gar nicht so schwer, was? Und wer auf Merkel setzt, wird mit den deutschen Cops eine gute Zeit haben, braucht nicht wie ein mobiler Höhlenmensch zu zelten. Antideutsch kann man auch noch sein, wenn wir den dritten Weltkrieg verloren haben! (Und ja: die kleineren Turniere G7, G8 und G9 sind besser, weil da keine Despoten aus der zweiten Liga Welt mitbattlen dürfen.)

Es verhält sich schlussendlich genauso wie im Fußball: Wer FC-Bayern-Fan ist, darf sich immer über einen Sieg freuen. In diesem Sinne wünscht Dir siegreiche und friedfertige  Tage in Hamburg:
Dein Columnier

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