Badeurlaub im Datenmeer

suckerberg

Liebste Datengeber!

Sie sind Teilnehmer dieser unserer Welt, weil Sie imstande sind, Daten herzustellen und abzugeben. Sonst ergäbe nämlich Ihre Anwesenheit auf der bald von Computern regierten Erde keinen Sinn mehr. Bereits der Umstand, dass Sie eine Quatschkolumne wie diese lesen, fabriziert Daten. Allein der Tag Ihrer Lektüre liefert ein Datum. Und Ihr Privatleben, über das man lieber den Schleier der Scham legte, erzeugt namentlich Daten, wenn Sie sich wahllos daten.

Nun ist, zugegeben, das Datenthema trocken wie ein ungegossenes Siliciumfeld und gerade so angesagt wie eine krächzende Bahn-Ansage. Aber Sie haben allen ernstes schon bis hierher gelesen und damit Ihre thematische Wahllosigkeit bewiesen, über die qualitative gar nicht zu schreiben.

Gut, jetzt werden Sie sagen: Ich schwimme gerne mit in dem Datenmeer, in dem wir gemeinsam versinken dürfen. In welchem wir unsere Intimdaten veklappen und damit aus der Welt schaffen. Aber genügt mein Datenaufkommen denn auch den Mega-Giga-Tera-Peta Exa-Anforderungen von Big Data? Wie produziere ich eine Datenmenge, die selbst noch den Großrechner von übermorgen verstopft? Reicht sie, um die von mir präferierte Regierungsform der Diktatur zu errichten? Und wie oft muss ich dazu ein neues Datum absolvieren?

„Ohne Daten können wir kein vollkommenes Leben führen.“
Dante Alighieri

Meine Aufgabe ist es nicht, diese Fragen für Sie zu beantworten, hochgeschätzte Leser. Für mich zählt, dass ich jetzt schon den vierten Absatz erreicht habe. In den müssen die NSU, der Datensauger Suckerberg, Google und so rein – zwecks der magnetischen Wirkung dieser Keywords auf den Datenverkehr. Dito eine Instant-Meinung über Datenschutz: Wenn Sie Ihre Daten schützen wollen, produzieren Sie eigens für diesen Zweck weitere. Technische Hilfsmittel sind da ein Segen. Apropos weitere Daten: Damit Sie sich in Ihrem durchdeterminierten Rechner namens Kopf wohl fühlen, müssen Sie auch noch obfuscation betreiben, d.h. ein paar marginale Daten verschleiern. Beispiel: Sie haben einen Termin zum Auspeitschen im Wald und benötigen GPS, um den Treffpunkt mit der Foltergang aus dem Darknet zu finden. Hier sorgt spezielle Software dafür, dass die durchs Netz geschickte Information des Orts Ihres SM-Rendezvous‘ mit anderen Orten vernebelt wird – z.B. dem der Klinik, die Ihre rektalen Fremdkörper entfernt Haut strafft.

Nachdem Sie schließlich sinnfrei all diese Daten produziert, dem Gespenst des Zeitgeists gehuldigt haben, konformitätsorientierte Leser, müssen Sie nur noch den resultierenden Datenfriedhof pflegen. Doch dafür reicht es, wenn Sie die Gebühren zahlen.

Fazit: Unser gesamtes Dasein ist eine Folge von 0en und 1en. Kürzen wir die Nichttigkeit der 0 weg, bleibt eine schier endlose Folge von 1en 1111111111…!!! Darin sind wir alle eins! Will sagen: Sie sind Teil von mir.

Dieser Text wurde automatisch erstellt und benötigt daher keine Unterschrift von
Ihrem Columnier

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