Mit Phrasen ein Stück weit vollumfänglich liefern

cloney-final
Liebes Blabla-Publikum!

Phrasen sind für uns Journalisten das tägliche Brot. Das Patentrezept für eingebrockte Suppe. Phrasen liefern nämlich das Salz für die Suppe, die Sie, liebe Leser, auszulöffeln haben. Da müssen Sie jetzt erstmal schlucken, was? Aber damit setzen Sie gleich ein Zeichen – für Hartsein im Nehmen der versalzenenen Suppe. Und wenn ich nun einen Punkt mache, setze ich ein Zeichen für Zeichensetzung.

Floskeln sind, verkürzt gesagt, das A und O für den Mann auf der Straße. Ihm steht wie Ihnen, werte Floskelversteher, ins Gesicht geschrieben, dass er nur diese Sprache spricht. Ihm wie Ihnen muss man nach dem Mund reden. Vorteil für Sie: Die Phrasen oder „Wortcontainer“ können Sie mit allem befüllen, was ein Text nicht hergibt, z.B. mit Äpfeln und Birnen, wenn Sie etwas vergleichen wollen. Wir beide, Sie und ich, wissen, was gemeint ist. Da bin ich also ganz bei Ihnen! Läuft.

Frische Denke, die noch in den Startlöchern steht, hat Position zu beziehen, darf sich aber sprachlich nicht aus dem Fenster lehnen. Das optimierte Produkt der Denkfabrik muss so klingen, wie Max Mustermann und Lieschen Müller der Schnabel gewachsen ist. Sonst droht Gegenwind, sonst wirft der Shitstorm vom Ponyhof des Lebens seinen stinkenden Schatten voraus. Wenn nicht, weht der andere Wind von dem Kleinvieh unter uns, das auch Mist macht. Andererseits sag ich mal so: Wer meinungsmäßig breit aufgestellt ist, muss auch mal zuspitzen, ein Stück weit vollumfänglich Klartext liefern. Will sagen: Wo immer wir zielorientiert handeln, ist Lösungsfindung gleich Findungslösung. Da staunen Sie jetzt, was?

Ich, liebe Leser, bin so ein Mensch, der grünes Licht gibt, auch wenn sich das Eichhörnchen nur mühsam ernährt. Wenn der Stuhl meines Verlegers wackelt, weil das Kartenhaus seiner Kreditkarten einzustürzen droht, bedauert das niemand mehr als ich.  Gleichwohl ist es mir an dieser Stelle wichtig festzuhalten: Wer nach Atem ringt, hat noch Luft nach oben.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich trete für meine Überzeugung ein. Ich habe nichts gegen passive Proaktivität. Aber, Hand aufs Herz, am Ende des Tages darf der Apfel nicht weit vom Stamm fallen und muss in trockenen Tüchern liegen. Wer sich zeitnah der Herausforderung stellt, braucht nicht in die Ferne zu schweifen, sich nicht auf eine Zeitreise zu begeben. Wir alle müssen den Ball flach halten, und Plattitüden helfen uns dabei. Der Bauer drischt die Base, der Journalist die Phrase. Ist so.

Sollte dies nicht aufgehen, darf man gespannt sein. Wichtig ist an dieser Stelle noch, dass alles andere den Rahmen sprengen würde. Win-win-Situation für mich und mein alter Ego! So habe ich doppelt meine Pflicht getan, und Sie haben die Textinhalte durch Ihre Lektüre abgesegnet.

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!
Ihr Columnier

Edit: 14.6.