2016

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Heute, am 28.12., blicke ich wie ungezählte andere Kolumnisten und Autoren (Facebook) auf das Jahr zurück und möchte dabei ebensowenig wie sie Gedanken verschwenden. Stattdessen drücke ich Ihnen die Brille meiner ganz persönlichen Wahrnehmung auf die Nase.

2016 war das Jahr zwischen 2015 und 2017. 2016 enthielt alles, was ein vollendetes Jahr braucht: 12 Monate, 52 Wochen, Dienst- und Freitage. Die bereits vor 2016 erschienenen Kalender hatten jeden der 366 erfolgreich absolvierten Tage richtig auf die Dauer genau (24h) vorhergesagt. Wetter war auch, und vom Wetter komme ich auf das Stichwort, zu dem ich einen Nichtgedanken vorbereitet habe: Jahreszeiten. Niemand kann nämlich bestreiten, dass es 2016 sowohl Frühling, wie auch Sommer, Herbst und Winter gab. Bringen wir nun mental den Winter am Jahresanfang mit dem (kalendarischen) Winter dieser Tage in Zusammenhang, erkennen wir, dass 2016 nachgerade ein richtig rundes Jahr war!

Bei 2016 handelte es sich überdies um ein Schaltjahr. Ein Schaltjahr, in dem tatsächlich geschaltet wurde: in Schaltzentralen, an Fahrkartenschaltern, in Autos (btw: mit Automatikautos droht die Abschaffung der Schaltjahre). Immer wieder gelang es, in Fabriken den Schalter umzulegen, wenn die Unternehmer gezwungen waren, die Arbeiter unter mehr Strom zu setzen. Work-Life-Balance-Coaches vollbrachten es sogar, die Vorzüge einer Burnout-Behandlung selbst in Anspruch nehmen.

Fragen Sie mich nach meiner persönlichen Empfindung, so war 2016 ein Jahr, das uns vom Gefühl her Emotionen verschafft hat. Na gut – so es uns gelungen ist, den Impulsen der Guillotinen in uns freien Lauf zu lassen. Wer mitgemacht hat, durfte zudem die unverstellten Gefühle entgegennehmen, die er/sie damit erzeugt hatte. All diese um Galle und Magen angesiedelten Regungen werden uns erinnerlich bleiben, falls sie nachhaltigen Eingang in unser Emotionsgedächtnis finden. Hilfreich dabei wäre, wenn wir auch 2017  in ähnlicher Weise zum Überkochen bekämen. Nachteil: Im Nachhinein wüssten wir nicht mehr, ob wir dies 2016 oder 2017 gutschreiben könnten (das auch schon emotionsorientierte 2015 ist leider 2016 in Vergessenheit geraten). Synthese: Auf jeden Fall würde das allseits beliebte Golden-Age-Syndrom genährt.

Was bedeutet dies alles, liebe Leser? Und was bedeutet Bedeutung? Braucht Bedeutung eine Bedeutungshoheit, oder kann man Bedeutung bereits im Bereich mittlerer Verwaltungsebenen verbuchen? Vermag 2016 im platonischen Sinne als Idee jenseits der schnöden Jahreszahl zu bestehen? Kann sich an das vielseitig teilbare 2016 die Primzahl 2017 nahtlos anschließen, oder droht beim Rutsch von 31.12.2016 24h nach 1.1.2017 0h ein Bruch (!) im Zeitkontinuum?

Zum Ende, liebe Leser, noch ein hingeschludertes Abziehbild einer Reflektion. Vielleicht hat der eine oder die andere von Ihnen beim Lesen doch nicht komplett den Verstand abgeschaltet (für die anderen endet der Text hier in einer Emotion Ihrer Wahl). Dann werden Sie naseweiserweise bemerkt haben, dass 2016 heute, am 28.12., noch gar nicht vollumfänglich bestritten ist, und dass daher mein dezidiertes Urteil über 2016 noch schwerwiegenden Revisionsbedarf bekommen könnte. Beispielsweise wenn just in diesem Moment der Heilige Geist in jeden von uns führe. Ihnen, bester neunmalkluger Leser, beste zehnmalkluge Leserin, sei entgegengehalten: Wir befinden uns „zwischen den Jahren“ – was bis Neujahr passiert, gilt nicht mehr! Denken Sie mal darüber nach und machen Sie etwas daraus!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, uns, mir, sonstwem und unserer kompletten Nach- und Vorwelt ein 2017!

Herzlichst, Ihr
Columnier

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